Meckel-Divertikel
Definition
Das Meckel-Divertikel ist ein echtes Divertikel des Dünndarms, das als Überrest des embryonalen Ductus omphaloentericus (Dottergang) persistiert. Es handelt sich um die häufigste angeborene Fehlbildung des Gastrointestinaltrakts, lokalisiert am Ileum auf der antimesenterialen Seite. Das Divertikel enthält alle Wandschichten und kann ektopes Gewebe, meist Magenschleimhaut oder Pankreasgewebe, aufweisen.
Epidemiologie
Das Meckel-Divertikel tritt bei etwa 2 Prozent der Bevölkerung auf und ist damit die häufigste kongenitale Anomalie des Gastrointestinaltrakts. Die Geschlechtsverteilung ist ausgeglichen, jedoch treten symptomatische Komplikationen bei Männern etwa 2-3 mal häufiger auf. Die meisten symptomatischen Fälle manifestieren sich vor dem 2. Lebensjahr, wobei 60 Prozent der Komplikationen bei Patienten unter 2 Jahren auftreten.
Ätiologie
Das Meckel-Divertikel entsteht durch eine unvollständige Rückbildung des Ductus omphaloentericus, der normalerweise in der 5. bis 7. Embryonalwoche obliteriert. Der Dottergang verbindet embryonal den Dottersack mit dem primitiven Darm. Bei unvollständiger Obliteration können verschiedene Anomalien entstehen, von denen das Meckel-Divertikel die häufigste Form darstellt. Es handelt sich um eine kongenitale Fehlbildung ohne bekannte Risikofaktoren.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung wird das Meckel-Divertikel häufig im Kontext des akuten Abdomens oder der schmerzlosen rektalen Blutung beim Kind gefragt. Die Zweierregel ist ein beliebtes Prüfungsthema. Wichtig sind die Kenntnis der embryologischen Entstehung aus dem Ductus omphaloentericus und die Bedeutung der ektopen Magenschleimhaut für die Symptomatik. Die Differentialdiagnose zur Appendizitis und die Meckel-Szintigraphie als diagnostisches Verfahren sind prüfungsrelevant.
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