Morbus Crohn

Innere Medizin · Gastroenterologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), die den gesamten Gastrointestinaltrakt vom Mund bis zum Anus befallen kann, jedoch am häufigsten das terminale Ileum und das Kolon betrifft. Die Erkrankung ist durch einen diskontinuierlichen, segmentalen Befall mit transmuraler Entzündung charakterisiert. Es handelt sich um eine schubweise verlaufende Erkrankung mit Phasen der Remission und Exazerbation.

Merke: Morbus Crohn: Diskontinuierlicher Befall, transmural, gesamter GI-Trakt möglich - bevorzugt terminales Ileum.

Epidemiologie

Die Inzidenz des Morbus Crohn beträgt in Deutschland etwa 6-8 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr, die Prävalenz liegt bei etwa 100-200 pro 100.000 Einwohner. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr, wobei ein zweiter kleinerer Gipfel zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr beobachtet wird. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen, in Industrieländern ist die Erkrankung häufiger als in Entwicklungsländern.

Ätiologie

Die genaue Ätiologie des Morbus Crohn ist unbekannt, es wird ein multifaktorielles Geschehen angenommen. Genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle, wobei Mutationen im NOD2/CARD15-Gen auf Chromosom 16 das Erkrankungsrisiko deutlich erhöhen. Rauchen ist der wichtigste modifizierbare Risikofaktor und verschlechtert den Krankheitsverlauf erheblich. Weitere diskutierte Faktoren sind eine gestörte intestinale Barrierefunktion, eine veränderte Darmflora sowie eine dysregulierte Immunantwort gegen kommensale Darmbakterien.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig die Unterscheidungsmerkmale zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa abgefragt, wobei Befallsmuster, typische Symptome und Komplikationen im Vordergrund stehen. Die Montreal-Klassifikation und der CDAI sollten bekannt sein. Therapeutisch wird gerne nach der Stufentherapie und den Indikationen für Biologika gefragt. Typische Fallstricke sind die Verwechslung der Raucherassoziation (Morbus Crohn: verschlechtert; Colitis ulcerosa: protektiv) sowie die Lokalisation der Schmerzen (Morbus Crohn: rechter Unterbauch; Appendizitis als Differentialdiagnose).

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