Myokarditis
Definition
Die Myokarditis ist eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels, die durch infektiöse, autoimmune oder toxische Ursachen hervorgerufen werden kann. Sie führt zu einer Schädigung der Kardiomyozyten mit konsekutiver Einschränkung der systolischen und diastolischen Herzfunktion. Die Erkrankung kann akut, subakut oder chronisch verlaufen und in eine dilatative Kardiomyopathie übergehen.
Epidemiologie
Die Inzidenz der Myokarditis wird auf 10-22 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr geschätzt, wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr, wobei auch Kinder und Jugendliche häufig erkranken.
Ätiologie
Die häufigste Ursache der Myokarditis in Europa sind virale Infektionen, insbesondere Enteroviren wie Coxsackie-B-Viren, Parvovirus B19 und humane Herpesviren. Bakterielle Erreger wie Borrelien oder Diphtherie-Bakterien sind seltener ursächlich. Nicht-infektiöse Ursachen umfassen Autoimmunerkrankungen, Medikamente, Strahlentherapie und toxische Substanzen. In bis zu 50 Prozent der Fälle bleibt die Ätiologie unklar.
Prüfungsfokus
In der Prüfung wird häufig nach der typischen Anamnese gefragt, bei der ein junger Patient nach einem grippalen Infekt Thoraxschmerzen und Belastungsdyspnoe entwickelt. Die diagnostischen Kriterien im Kardio-MRT (Lake-Louise-Kriterien) sind prüfungsrelevant. Wichtig ist die Abgrenzung zum akuten Koronarsyndrom durch unauffällige Koronarangiographie. Das strenge Sportverbot für mindestens 6 Monate sowie die Herzinsuffizienztherapie als Grundpfeiler werden regelmäßig abgefragt.
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