Nierenzellkarzinom
Definition
Das Nierenzellkarzinom ist ein maligner Tumor, der vom Epithel der proximalen Nierentubuli ausgeht und etwa 85-90% aller malignen Nierentumoren im Erwachsenenalter ausmacht. Es handelt sich um den dritthäufigsten urologischen Tumor nach Prostata- und Blasenkarzinom. Der häufigste histologische Subtyp ist das klarzellige Nierenzellkarzinom mit etwa 70-80% aller Fälle.
Epidemiologie
Die Inzidenz des Nierenzellkarzinoms beträgt in Deutschland etwa 15.000 Neuerkrankungen pro Jahr mit einem Altersgipfel zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen mit einem Verhältnis von 2:1. Die Erkrankung macht etwa 3% aller malignen Tumoren aus und zeigt eine steigende Inzidenz, teilweise durch verbesserte bildgebende Diagnostik bedingt.
Ätiologie
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Rauchen mit einer Risikoerhöhung um das 1,5-fache, Adipositas sowie arterielle Hypertonie. Eine chronische Niereninsuffizienz, insbesondere bei langjähriger Dialyse mit erworbener zystischer Nierenerkrankung, erhöht das Risiko deutlich. Genetische Syndrome wie das Von-Hippel-Lindau-Syndrom sind mit einem stark erhöhten Risiko für klarzellige Nierenzellkarzinome assoziiert. Weitere Risikofaktoren umfassen berufliche Exposition gegenüber Cadmium, Asbest und bestimmten Lösungsmitteln.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung werden häufig die klassische Symptomtrias und deren geringe Häufigkeit sowie die bildgebende Diagnostik gefragt. Das TNM-Staging insbesondere die T-Stadien und deren Grenzwerte sind prüfungsrelevant. Die Therapieindikation zur nierenerhaltenden versus radikalen Nephrektomie wird regelmäßig abgefragt. Paraneoplastische Syndrome und die Chemo- sowie Strahlenresistenz des Nierenzellkarzinoms sind typische Prüfungsinhalte.
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