Nosokomiale Infektion
Definition
Eine nosokomiale Infektion ist eine Infektion, die im zeitlichen Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt oder einer medizinischen Maßnahme steht und bei Aufnahme weder vorhanden noch in der Inkubationsphase war. Per Definition tritt sie frühestens 48 Stunden nach stationärer Aufnahme auf. Im hämatologischen Kontext sind immunsupprimierte Patienten besonders gefährdet.
Epidemiologie
In Deutschland entwickeln etwa 3-5% aller Krankenhauspatienten eine nosokomiale Infektion, auf Intensivstationen liegt die Rate bei 15-20%. Jährlich treten circa 400.000-600.000 nosokomiale Infektionen in deutschen Krankenhäusern auf. Bei hämatologischen Patienten mit Neutropenie steigt das Risiko auf über 30%.
Ätiologie
Die häufigsten Erreger nosokomialer Infektionen sind Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Enterokokken, Pseudomonas aeruginosa und Klebsiella pneumoniae. Bei hämatologischen Patienten spielen zusätzlich Pilzinfektionen mit Candida und Aspergillus eine bedeutende Rolle. Multiresistente Erreger wie MRSA, VRE und ESBL-bildende Enterobakterien stellen ein zunehmendes Problem dar. Risikofaktoren umfassen invasive Devices, Immunsuppression, prolongierte Antibiotikatherapie und langen Krankenhausaufenthalt.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung werden häufig die Definition der nosokomialen Infektion mit der 48-Stunden-Regel, die empirische Antibiotikatherapie bei febriler Neutropenie und die Erregerspektren abgefragt. Typische Fallbeispiele beschreiben neutropenische Patienten mit Fieber nach Chemotherapie. Wichtig ist das Wissen um die zeitkritische Therapieeinleitung und die Indikationen zur antimykotischen Eskalation.
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