Notfallmedikamente: Reanimation & Anaphylaxie
Prüfungsfokus
Die Kenntnisprüfung fragt Notfallmedikamente regelmäßig in konkreten Reanimations- und Anaphylaxie-Szenarien ab, bei denen Dosis, Applikationsweg und Zeitpunkt der Gabe exakt benannt werden müssen. Der häufigste Fehler ist die i.v.-Gabe von Adrenalin bei Anaphylaxie ohne Monitor — korrekt ist i.m. 0,5 mg in den lateralen Oberschenkel. Ein weiterer klassischer Fallstrick ist die Verwechslung des Zeitpunkts der Adrenalin-Gabe bei VF: erst nach dem dritten Schock, nicht sofort. Prüfer fragen gezielt nach dem Unterschied zwischen defibrillierbarem und nicht-defibrillierbarem Rhythmus und den jeweiligen Algorithmus-Schritten. Die Amiodaron-Dosis (300 mg nach 3. Schock, 150 mg nach 5. Schock) muss auswendig sitzen. Atropin ist seit ERC 2021 nicht mehr Teil des Reanimationsalgorithmus — wer Atropin bei Asystolie nennt, zeigt veraltetes Wissen. Die Anaphylaxie-Graduierung nach Ring und Messmer (Grad I–IV) und die Indikation für Adrenalin ab Grad III muss bekannt sein. Bei Anaphylaxie unter Beta-Blocker-Therapie ist Glukagon 1–2 mg i.v. die korrekte Antwort auf die Frage nach der Therapie bei Adrenalin-Versagen. Natriumbikarbonat wird nur in spezifischen Situationen gegeben — die Prüfer fragen gezielt nach den Indikationen (Hyperkaliämie, TZA-Intoxikation, prolongierte Reanimation). Die pädiatrische Adrenalin-Dosis (0,01 mg/kg KG i.v.) und die Amiodaron-Dosis bei Kindern (5 mg/kg KG) sind prüfungsrelevant.
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