Obstipation

Innere Medizin · Gastroenterologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Obstipation bezeichnet eine funktionelle oder organisch bedingte Stuhlentleerungsstörung, die durch eine Stuhlfrequenz von weniger als drei Stuhlgängen pro Woche, harten Stuhl und erschwerte Defäkation gekennzeichnet ist. Nach den Rom-IV-Kriterien müssen die Symptome seit mindestens drei Monaten bestehen und vor mindestens sechs Monaten begonnen haben. Man unterscheidet die akute von der chronischen Obstipation sowie primäre (funktionelle) von sekundären (symptomatischen) Formen.

Merke: Obstipation liegt vor bei weniger als 3 Stuhlgängen pro Woche über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten.

Epidemiologie

Die Prävalenz der chronischen Obstipation liegt in Deutschland bei etwa 10-15% der Bevölkerung. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer, mit einem Verhältnis von 2:1. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an und erreicht bei über 65-Jährigen bis zu 30%, wobei immobile und pflegebedürftige Patienten besonders häufig betroffen sind.

Ätiologie

Die Ursachen der Obstipation lassen sich in primäre funktionelle Störungen und sekundäre organische Ursachen unterteilen. Zu den häufigsten Ursachen zählen ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Flüssigkeitszufuhr, Bewegungsmangel und die Unterdrückung des Defäkationsreizes. Medikamentös bedingte Obstipation ist besonders häufig bei Opioiden, Anticholinergika, Kalziumantagonisten und Eisenpräparaten. Organische Ursachen umfassen kolorektale Karzinome, endokrine Erkrankungen wie Hypothyreose und Diabetes mellitus sowie neurologische Störungen.

Prüfungsfokus

In der KP-Prüfung werden besonders häufig die Warnsymptome bei Obstipation und die Indikationen zur Koloskopie abgefragt. Die Differenzierung zwischen primärer und sekundärer Obstipation sowie die Kenntnis der medikamentös induzierten Obstipation sind prüfungsrelevant. Die Stufentherapie mit konkreten Wirkstoffnamen und Dosierungen wird regelmäßig geprüft. Typische Fallstricke sind die Verwechslung von paradoxer Diarrhoe mit echter Diarrhoe und das Übersehen von Warnsymptomen.

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