Ösophaguskarzinom
Definition
Das Ösophaguskarzinom ist ein bösartiger Tumor der Speiseröhre, der sich entweder als Plattenepithelkarzinom oder als Adenokarzinom manifestiert. Das Plattenepithelkarzinom entsteht überwiegend im oberen und mittleren Ösophagusdrittel, während das Adenokarzinom vorwiegend im distalen Drittel und am gastroösophagealen Übergang auftritt. In westlichen Ländern nimmt die Inzidenz des Adenokarzinoms aufgrund steigender Barrett-Ösophagus-Raten zu.
Epidemiologie
Das Ösophaguskarzinom hat eine Inzidenz von etwa 5-10 pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland. Männer sind etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen, mit einem Erkrankungsgipfel zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Das Plattenepithelkarzinom macht weltweit noch etwa 90 Prozent der Fälle aus, in westlichen Ländern steigt jedoch der Anteil des Adenokarzinoms auf mittlerweile über 50 Prozent.
Ätiologie
Die Risikofaktoren unterscheiden sich je nach histologischem Typ des Ösophaguskarzinoms. Das Plattenepithelkarzinom wird durch chronischen Alkohol- und Nikotinkonsum, heiße Getränke, Achalasie und Verätzungen begünstigt. Das Adenokarzinom entsteht nahezu ausschließlich auf dem Boden eines Barrett-Ösophagus bei langjähriger gastroösophagealer Refluxkrankheit. Weitere Risikofaktoren sind Adipositas, Ernährung mit Nitrosaminen und das Plummer-Vinson-Syndrom.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden besonders die Unterschiede zwischen Plattenepithelkarzinom und Adenokarzinom hinsichtlich Lokalisation und Risikofaktoren gefragt. Das diagnostische Vorgehen bei Dysphagie und die stadiengerechte Therapie sind häufige Themen. Die Siewert-Klassifikation und ihre therapeutischen Konsequenzen sowie die Indikation zur neoadjuvanten Therapie sind prüfungsrelevant. Fallbeispiele beschreiben oft einen älteren Patienten mit progredienter Dysphagie und Gewichtsverlust.
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