Opioid-Abhängigkeit: Entzug und Substitutionstherapie
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung wird Opioid-Abhängigkeit häufig als Notfallszenario (Überdosierung, Entzug) oder als Frage zur Substitutionstherapie präsentiert. Prüfer erwarten präzise Kenntnisse der ICD-10-Kodierung (F11.0-F11.5), der Entzugssymptomatik mit zeitlichem Verlauf, der COWS-Skala, der Naloxon-Dosierung und der rechtlichen Grundlagen der Substitution (BtMVV, § 35 BtMG). Ein klassischer Fallstrick ist die Verwechslung von Intoxikations- und Entzugssymptomen: Intoxikation = Miosis, Entzug = Mydriasis. Ein weiterer häufiger Fehler ist die Gabe von Glukose vor Thiamin bei Patienten mit Alkohol-Komorbidität, was eine Wernicke-Enzephalopathie auslösen kann. Die Suizidalität muss bei allen Patienten mit Opioid-Abhängigkeit aktiv erfragt werden: (1) Suizidgedanken direkt ansprechen, (2) Schweregrad einschätzen (Wunsch zu sterben → konkrete Pläne → Vorbereitungen → Versuche), (3) Konsequenz ziehen (Krisengespräch → stationäre Aufnahme freiwillig oder nach PsychKG). Die Substitutionsbehandlung ist nach AWMF-S3-Leitlinie evidenzbasierte Erstlinientherapie und kein Versagen — Prüfer testen, ob Kandidaten Substitution als legitime, mortalitätssenkende Therapie verstehen und nicht als bloße Drogenersatzgabe abwerten.
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