Pankreaskarzinom

Innere Medizin · Gastroenterologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Das Pankreaskarzinom ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse, wobei in über 90 Prozent der Fälle ein duktales Adenokarzinom vorliegt. Der Tumor entsteht am häufigsten im Pankreaskopf (60-70 Prozent) und zeigt ein aggressives Wachstumsverhalten mit früher lymphogener und hämatogener Metastasierung. Aufgrund der späten Symptomatik erfolgt die Diagnosestellung meist in fortgeschrittenen Stadien mit entsprechend schlechter Prognose.

Merke: Das Pankreaskarzinom ist der dritthäufigste gastrointestinale Tumor und hat die schlechteste Prognose aller gastrointestinalen Karzinome mit einer 5-Jahres-Überlebensrate unter 10 Prozent.

Epidemiologie

Die Inzidenz des Pankreaskarzinoms beträgt in Deutschland etwa 15-18 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr, wobei Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen mit einem Verhältnis von etwa 1,3 zu 1. Das Pankreaskarzinom ist die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland mit steigender Tendenz.

Ätiologie

Die Ätiologie des Pankreaskarzinoms ist multifaktoriell, wobei Rauchen als wichtigster modifizierbarer Risikofaktor gilt und das Risiko um das 2-3-fache erhöht. Die chronische Pankreatitis, insbesondere die hereditäre Form, erhöht das Karzinomrisiko erheblich. Weitere Risikofaktoren sind Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas, übermäßiger Alkoholkonsum und eine positive Familienanamnese. Genetische Prädispositionen wie BRCA1/2-Mutationen, das Lynch-Syndrom und das Peutz-Jeghers-Syndrom spielen bei etwa 10 Prozent der Fälle eine Rolle.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden besonders die klinische Präsentation mit schmerzlosem Ikterus und Courvoisier-Zeichen, die Risikofaktoren sowie das diagnostische Vorgehen geprüft. Typische Fallbeispiele beschreiben einen älteren Patienten mit Gewichtsverlust, neu aufgetretenem Diabetes und Oberbauchbeschwerden. Die Differenzierung zwischen resektablem und irresektablem Stadium anhand der Gefäßinfiltration ist prüfungsrelevant. Häufige Fallstricke sind die Verwechslung des Courvoisier-Zeichens mit der Cholezystolithiasis sowie die falsche Interpretation des CA 19-9 bei Cholestase.

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