Morbus Parkinson
Definition
Der Morbus Parkinson ist eine chronisch progrediente neurodegenerative Erkrankung, die durch den Untergang dopaminerger Neurone in der Substantia nigra pars compacta des Mittelhirns gekennzeichnet ist. Die Erkrankung manifestiert sich klinisch durch die klassische Trias aus Rigor, Tremor und Bradykinese, wobei die Akinese als Kardinalsymptom gilt. Im Verlauf treten zusätzlich posturale Instabilität sowie zahlreiche nicht-motorische Symptome auf.
Epidemiologie
Die Prävalenz des Morbus Parkinson beträgt in Deutschland etwa 100-200 pro 100.000 Einwohner, wobei sie mit dem Alter stark zunimmt. Die Inzidenz liegt bei etwa 10-20 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen mit einem Verhältnis von etwa 1,5:1. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 55 und 65 Jahren, wobei ein Erkrankungsbeginn vor dem 40. Lebensjahr als früh beginnender Parkinson bezeichnet wird.
Ätiologie
Die Ätiologie des idiopathischen Parkinson-Syndroms ist bis heute nicht vollständig geklärt, wobei ein Zusammenspiel aus genetischen und Umweltfaktoren angenommen wird. Etwa 5-10 Prozent der Fälle sind monogenetisch bedingt mit Mutationen in Genen wie SNCA, LRRK2, Parkin, PINK1 oder DJ-1. Als protektive Faktoren gelten Koffeinkonsum und Rauchen, während Pestizidexposition und Schädel-Hirn-Traumata das Risiko erhöhen. Sekundäre Parkinson-Syndrome können durch Medikamente, vaskuläre Schädigungen oder toxische Einflüsse verursacht werden.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung werden besonders häufig die Kardinalsymptome und deren Unterscheidung vom essenziellen Tremor gefragt. Die medikamentöse Therapie mit altersabhängiger Substanzwahl und den typischen Nebenwirkungen ist prüfungsrelevant. Differentialdiagnostisch wichtig sind die Warnsymptome für atypische Parkinson-Syndrome sowie das medikamentös induzierte Parkinson-Syndrom. Die akinetische Krise als Notfall und deren Behandlung wird regelmäßig geprüft.
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