Phlegmone

Chirurgie · Allgemeinchirurgie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Phlegmone ist eine akute, diffus ausbreitende, eitrige Entzündung des interstitiellen Bindegewebes und der Weichteile ohne Tendenz zur Abszedierung. Sie respektiert keine anatomischen Grenzen und breitet sich entlang von Faszien, Muskellogen und Gefäß-Nerven-Straßen aus. Im Gegensatz zum Abszess fehlt eine abkapselnde Membran, was die rasche Ausbreitung begünstigt.

Merke: Phlegmone = diffuse Ausbreitung OHNE Abkapselung, Abszess = lokalisiert MIT Kapsel.

Epidemiologie

Die Phlegmone tritt in allen Altersgruppen auf, wobei immungeschwächte Patienten und Diabetiker besonders häufig betroffen sind. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter und bei Vorliegen von Komorbiditäten wie peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder chronisch venöser Insuffizienz.

Ätiologie

Häufigster Erreger ist Staphylococcus aureus, gefolgt von beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A. Eintrittspforten sind Bagatellverletzungen, Insektenstiche, Ulzera oder postoperative Wunden. Prädisponierende Faktoren sind Diabetes mellitus, Immunsuppression, chronische Hauterkrankungen und Durchblutungsstörungen. Bei Mischinfektionen können auch gramnegative Erreger und Anaerobier beteiligt sein.

Prüfungsfokus

In der Prüfung wird häufig die Abgrenzung zum Erysipel und zum Abszess gefragt. Die Kenntnis der Antibiotikatherapie mit konkreten Dosierungen ist essenziell. Die V-Phlegmone der Hand ist ein beliebtes Prüfungsthema. Die Warnsignale der nekrotisierenden Fasziitis müssen sicher erkannt werden, da hier sofortiges chirurgisches Handeln lebensrettend ist.

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