Polyneuropathie
Definition
Die Polyneuropathie bezeichnet eine systemische Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der multiple periphere Nerven gleichzeitig betroffen sind. Sie manifestiert sich typischerweise symmetrisch und distal betont mit sensiblen, motorischen und/oder autonomen Ausfällen. Die Erkrankung kann axonal, demyelinisierend oder gemischt auftreten und verläuft akut, subakut oder chronisch.
Epidemiologie
Die Prävalenz der Polyneuropathie beträgt in der Allgemeinbevölkerung etwa 2-3%, steigt jedoch bei Personen über 55 Jahren auf 8% an. Bei Diabetikern liegt die Prävalenz bei 30-50%, wobei die diabetische Polyneuropathie die häufigste Form in westlichen Ländern darstellt. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, insbesondere bei äthyltoxischer Genese.
Ätiologie
Die häufigsten Ursachen sind der Diabetes mellitus Typ 1 und 2 sowie chronischer Alkoholabusus mit konsekutivem Vitamin-B1-Mangel. Weitere wichtige Ursachen umfassen Medikamente wie Zytostatika, Infektionen wie die Borreliose, Autoimmunerkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom und hereditäre Formen wie die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung. Bei etwa 20-30% der Fälle bleibt die Ursache trotz ausführlicher Diagnostik ungeklärt und wird als idiopathische Polyneuropathie klassifiziert.
Prüfungsfokus
In der Prüfung werden besonders häufig die Unterscheidung zwischen axonaler und demyelinisierender Polyneuropathie sowie die typischen elektrophysiologischen Befunde gefragt. Die Ätiologie mit Fokus auf Diabetes mellitus und Alkoholabusus ist ein Klassiker, ebenso wie die medikamentöse Schmerztherapie mit Pregabalin und Duloxetin. Fallbeispiele präsentieren oft einen Patienten mit sockenförmiger Sensibilitätsstörung und erloschenen Achillessehnenreflexen, bei dem die richtige Diagnostik und Therapie gefragt wird.
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