Portale Hypertension

Innere Medizin · Gastroenterologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die portale Hypertension bezeichnet eine pathologische Druckerhöhung im Pfortadersystem auf Werte über 12 mmHg (normal 3-6 mmHg) oder einen hepatovenösen Druckgradienten (HVPG) von mehr als 5 mmHg. Sie entsteht durch eine Widerstandserhöhung im portalvenösen Stromgebiet und führt zur Ausbildung portosystemischer Kollateralkreisläufe. Die klinisch bedeutsamste Komplikation ist die Varizenblutung bei einem HVPG über 12 mmHg.

Merke: Klinisch relevante portale Hypertension ab HVPG über 10 mmHg, Varizenblutungsrisiko ab HVPG über 12 mmHg.

Epidemiologie

Die portale Hypertension betrifft in westlichen Ländern vorwiegend Patienten mit Leberzirrhose, wobei etwa 50 Prozent aller Zirrhosepatienten Ösophagusvarizen entwickeln. Die jährliche Blutungsinzidenz bei vorhandenen Varizen beträgt 5-15 Prozent, mit einer Mortalität von 15-20 Prozent pro Blutungsepisode. Männer sind aufgrund der höheren Prävalenz alkoholischer Lebererkrankungen häufiger betroffen als Frauen.

Ätiologie

Die häufigste Ursache der portalen Hypertension in westlichen Ländern ist die Leberzirrhose, welche für etwa 90 Prozent aller Fälle verantwortlich ist. Ätiologisch unterscheidet man prähepatische Ursachen wie Pfortaderthrombose, intrahepatische Ursachen wie Zirrhose oder Schistosomiasis und posthepatische Ursachen wie das Budd-Chiari-Syndrom oder Rechtsherzinsuffizienz. Risikofaktoren umfassen chronischen Alkoholkonsum, Virushepatitiden und metabolische Lebererkrankungen.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung wird besonders häufig nach dem Management der akuten Varizenblutung gefragt, wobei die Kombination aus Kreislaufstabilisierung, Terlipressin, Antibiotika und Notfallendoskopie bekannt sein muss. Wichtig sind die Grenzwerte des HVPG mit klinischer Signifikanz ab 10 mmHg und Blutungsrisiko ab 12 mmHg. Die Therapieziele der Betablockerbehandlung und die Indikationen für TIPS sind prüfungsrelevant. Differentialdiagnostisch wird häufig der SAAG zur Unterscheidung der Aszitesursachen abgefragt.

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