Reserveantibiotika – Klasse der Eskalationsantibiotika bei multiresistenten Erregern

Pharmakotherapie · Antiinfektiva · Wissen für die Kenntnisprüfung

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden Reserveantibiotika typischerweise in Szenarien mit multiresistenten Erregern abgefragt, bei denen Kandidaten die richtige Substanzwahl begründen müssen. Häufige Fallstricke sind: Daptomycin bei Pneumonie einsetzen (absolut falsch wegen Surfactant-Inaktivierung), Vancomycin oral bei MRSA-Bakteriämie geben (oral nicht resorbiert, nur für CDI), Linezolid ohne Beachtung der SSRI-Interaktion verordnen, Colistin-Dosierung in mg statt IE angeben. Prüfer fragen gezielt nach dem Unterschied zwischen KPC-, OXA-48- und MBL-produzierenden CRE, da Ceftazidim/Avibactam bei MBL-Bildnern (NDM, VIM, IMP) nicht wirksam ist und Cefiderocol oder Aztreonam/Avibactam benötigt wird. Die Vancomycin-Dosierung nach AUC/MIC statt nach Talspiegel allein ist aktuelles Prüfungswissen (ASHP/IDSA-Konsensus 2020). Das Red-Man-Syndrom muss als infusionsratenabhängige Reaktion (keine Allergie) erklärt werden können. Antibiotic Stewardship-Prinzipien (Deeskalation, Therapiedauer, mikrobiologische Begründung vor Einsatz) werden zunehmend geprüft. Kandidaten müssen wissen, dass Tigecyclin wegen erhöhter Mortalität in der FDA-Metaanalyse nicht als Monotherapie bei Bakteriämie eingesetzt werden darf.

Üben wie in der echten Prüfung

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