Restless-Legs-Syndrom

Neurologie · Schlafmedizin · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS), auch Syndrom der unruhigen Beine genannt, ist eine sensomotorische Störung, die durch einen unangenehmen Bewegungsdrang der Beine charakterisiert ist, welcher vorwiegend in Ruhe und abends oder nachts auftritt. Die Beschwerden werden durch Bewegung gelindert und führen häufig zu erheblichen Schlafstörungen. Es handelt sich um eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen mit erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Merke: RLS: Ruhe verschlechtert, Bewegung bessert, abends und nachts am schlimmsten.

Epidemiologie

Die Prävalenz des RLS liegt in der europäischen Bevölkerung bei etwa 5-10 Prozent, wobei Frauen etwa doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, die Häufigkeit nimmt jedoch mit dem Alter zu und erreicht ihren Höhepunkt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Bei etwa 60 Prozent der Betroffenen liegt eine positive Familienanamnese vor.

Ätiologie

Das primäre (idiopathische) RLS tritt ohne erkennbare Ursache auf und zeigt eine starke genetische Komponente mit autosomal-dominantem Erbgang. Das sekundäre RLS entsteht als Folge anderer Erkrankungen oder Zustände, wobei Eisenmangel, Niereninsuffizienz und Schwangerschaft die häufigsten Auslöser darstellen. Medikamente wie Antidepressiva, Neuroleptika und Antihistaminika können ebenfalls ein RLS auslösen oder verschlechtern. Eine Störung des dopaminergen Systems und des Eisenstoffwechsels im Gehirn spielt eine zentrale pathogenetische Rolle.

Prüfungsfokus

In der Prüfung werden besonders die diagnostischen Kriterien, die Differentialdiagnosen und die Therapie mit Augmentationsproblematik abgefragt. Typische Fallvignetten beschreiben Patienten mit nächtlichen Beinbeschwerden und Schlafstörungen, bei denen die charakteristischen Merkmale erkannt werden müssen. Die Labordiagnostik mit Ferritinbestimmung und der Zielwert über 75 Mikrogramm pro Liter sind häufig geprüft. Wichtig ist auch die Abgrenzung zur Polyneuropathie und zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.

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