Rippenfraktur

Chirurgie · Unfallchirurgie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Rippenfraktur bezeichnet einen Bruch einer oder mehrerer Rippen, wobei die Rippen 4 bis 9 aufgrund ihrer exponierten Lage und geringeren Beweglichkeit am häufigsten betroffen sind. Sie entsteht typischerweise durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung auf den Thorax und stellt die häufigste Thoraxverletzung dar. Bei Frakturen der ersten drei Rippen muss aufgrund der erforderlichen hohen Gewalteinwirkung immer an Begleitverletzungen gedacht werden.

Merke: Rippen 4-9 sind am häufigsten betroffen. Frakturen der Rippen 1-3 deuten auf schweres Trauma hin, Frakturen der Rippen 9-12 erfordern den Ausschluss von Milz- und Leberverletzungen.

Epidemiologie

Die Rippenfraktur ist die häufigste Thoraxverletzung und macht etwa 50 Prozent aller Thoraxtraumata aus. Männer sind aufgrund höherer Unfallexposition häufiger betroffen als Frauen. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter aufgrund von Osteoporose und erhöhter Sturzneigung, wobei bei älteren Patienten bereits Bagatelltraumata zu Frakturen führen können.

Ätiologie

Die häufigste Ursache sind Verkehrsunfälle, gefolgt von Stürzen aus großer Höhe und direkter stumpfer Gewalteinwirkung. Bei jüngeren Patienten liegt meist ein Hochrasanztrauma vor, während bei älteren Menschen bereits niedrigenergetische Traumata wie einfache Stürze ausreichen. Pathologische Frakturen können bei Knochenmetastasen oder Osteoporose spontan oder bei minimalem Trauma auftreten. Stress- oder Ermüdungsfrakturen entstehen durch repetitive Belastung, beispielsweise bei chronischem Husten.

Prüfungsfokus

In der Prüfung werden häufig die typische Klinik mit atemabhängigem Schmerz und die Komplikationen abgefragt. Besonders wichtig ist das Wissen um die Lokalisation der häufigsten Frakturen an den Rippen 4-9 und die Bedeutung von Frakturen der Rippen 1-3 als Hinweis auf schweres Trauma. Die konservative Therapie mit adäquater Analgesie und das Verbot von einengenden Verbänden sind prüfungsrelevant. Das Erkennen eines instabilen Thorax mit paradoxer Atmung als Notfallsituation wird regelmäßig geprüft.

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