Rotatorenmanschettenruptur

Chirurgie · Unfallchirurgie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Rotatorenmanschettenruptur bezeichnet einen partiellen oder kompletten Riss einer oder mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette, welche aus den Muskeln Musculus supraspinatus, Musculus infraspinatus, Musculus subscapularis und Musculus teres minor besteht. Am häufigsten ist die Supraspinatussehne betroffen, da diese im subakromialen Raum einem erhöhten mechanischen Stress ausgesetzt ist. Die Ruptur führt zu Schmerzen, Kraftverlust und eingeschränkter Beweglichkeit der Schulter.

Merke: Die Supraspinatussehne ist in über 90 Prozent der Fälle betroffen und verläuft durch die kritische Zone mit relativer Minderdurchblutung etwa 1 cm proximal des Ansatzes am Tuberculum majus.

Epidemiologie

Die Prävalenz der Rotatorenmanschettenruptur steigt mit dem Alter deutlich an und beträgt bei über 60-Jährigen etwa 30 bis 50 Prozent, wobei viele Rupturen asymptomatisch bleiben. Männer sind häufiger betroffen als Frauen im Verhältnis von etwa 2:1. Die Inzidenz symptomatischer Rupturen liegt bei etwa 3,7 pro 1000 Personenjahre, mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Ätiologie

Die Ätiologie ist meist multifaktoriell und umfasst degenerative sowie traumatische Ursachen. Degenerative Rupturen entstehen durch chronische Überlastung, Minderdurchblutung der kritischen Zone und subakromiales Impingement bei Acromionsporn oder Akromioklavikulargelenksarthrose. Traumatische Rupturen treten bei Stürzen auf den ausgestreckten Arm, direktem Schultertrauma oder abrupter Krafteinwirkung bei Überkopfbewegungen auf. Risikofaktoren sind Alter über 40 Jahre, Überkopfsportarten, repetitive Belastungen im Beruf, Diabetes mellitus und Nikotinabusus.

Prüfungsfokus

In der Prüfung werden besonders die klinischen Untersuchungstests wie Jobe-Test, Außenrotations-Lag-Zeichen und Drop-Arm-Test abgefragt. Die Zuordnung der Tests zu den einzelnen Muskeln der Rotatorenmanschette ist prüfungsrelevant. Bildgebende Befunde in der Magnetresonanztomographie und die Klassifikation nach Goutallier werden häufig geprüft. Typische Fallstricke sind die Verwechslung von Impingement-Syndrom und struktureller Ruptur sowie die Differenzierung von akuten traumatischen und chronisch-degenerativen Rupturen.

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