Schenkelhernie
Definition
Die Schenkelhernie (Hernia femoralis) ist ein Eingeweidebruch, bei dem Bauchinhalt durch die Lacuna vasorum unterhalb des Leistenbandes in den Schenkelkanal vortritt. Die Bruchpforte befindet sich medial der Vena femoralis und lateral des Ligamentum lacunare (Gimbernat-Band). Die Schenkelhernie tritt charakteristischerweise unterhalb des Leistenbandes in Erscheinung und ist somit von der Leistenhernie abzugrenzen.
Epidemiologie
Die Schenkelhernie macht etwa 3-5 Prozent aller Bauchwandhernien aus und ist damit deutlich seltener als die Leistenhernie. Frauen sind aufgrund des breiteren Beckens und der größeren Lacuna vasorum etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, wobei Multiparität einen zusätzlichen Risikofaktor darstellt.
Ätiologie
Die Entstehung der Schenkelhernie beruht auf einer Schwäche der Fascia transversalis im Bereich der Lacuna vasorum. Begünstigende Faktoren sind erhöhter intraabdomineller Druck durch chronische Obstipation, chronischen Husten, Aszites oder schwere körperliche Arbeit. Bindegewebsschwäche im Alter, vorangegangene Schwangerschaften und Adipositas stellen weitere Risikofaktoren dar. Eine familiäre Disposition für Bindegewebsschwäche kann ebenfalls vorliegen.
Prüfungsfokus
In der KP-Prüfung wird besonders die Unterscheidung zwischen Leisten- und Schenkelhernie anhand der anatomischen Lage gefragt. Die hohe Inkarzerationsrate und die daraus resultierende Notwendigkeit zur zeitnahen Operation ist ein klassisches Prüfungsthema. Typische Fallfragen beschreiben eine ältere Frau mit schmerzhafter, nicht reponibler Schwellung unterhalb des Leistenbandes. Die Kenntnis der anatomischen Begrenzungen der Bruchpforte (Lacuna vasorum) wird häufig abgefragt.
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