Schilddrüsenknoten
Definition
Schilddrüsenknoten sind umschriebene Gewebeveränderungen innerhalb des Schilddrüsenparenchyms, die sich vom umgebenden Gewebe abgrenzen lassen. Sie können solitär oder multipel auftreten und sind in der Mehrzahl der Fälle benigne, wobei etwa 5-10% aller Schilddrüsenknoten maligne sind. Die klinische Relevanz liegt in der Abklärung der Dignität sowie der Schilddrüsenfunktion.
Epidemiologie
Schilddrüsenknoten sind sehr häufig und werden sonographisch bei etwa 50% der Bevölkerung über 50 Jahre nachgewiesen. Frauen sind etwa viermal häufiger betroffen als Männer. In Jodmangelgebieten wie Deutschland ist die Prävalenz besonders hoch, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt.
Ätiologie
Die häufigste Ursache für Schilddrüsenknoten ist der chronische Jodmangel, der zu einer kompensatorischen Hyperplasie des Schilddrüsengewebes führt. Weitere Ursachen umfassen Schilddrüsenadenome, Zysten, Thyreoiditis und maligne Neoplasien. Risikofaktoren für Malignität sind Strahlenexposition in der Kindheit, familiäre Belastung mit Schilddrüsenkarzinomen und das Vorliegen eines MEN-2-Syndroms. Auch ein schnelles Knotenwachstum und eine derbe Konsistenz erhöhen den Malignitätsverdacht.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden häufig die Unterscheidung zwischen heißen und kalten Knoten, die diagnostische Abklärung und die Malignitätskriterien geprüft. Typische Fragen betreffen den diagnostischen Algorithmus bei Schilddrüsenknoten und die Indikation zur Feinnadelpunktion. Fallstricke sind die Verwechslung von szintigraphischer und sonographischer Beurteilung sowie die Überschätzung des Malignitätsrisikos bei heißen Knoten.
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