Schilddrüsentherapeutika
Prüfungsfokus
Die Kenntnisprüfung fragt Schilddrüsentherapeutika regelmäßig in drei Kernszenarien: Hypothyreose-Einstellung (Dosisfindung, Monitoring, Schwangerschaft), Hyperthyreose-Therapie (Wahl des Thyreostatikums, Agranulozytose-Erkennung) und Notfallsituationen (thyreotoxische Krise, Myxödem-Koma). Besonders prüfungsrelevant ist die Frage, welches Thyreostatikum in der Schwangerschaft in welchem Trimenon eingesetzt wird: PTU im 1. Trimenon (Thiamazol-Teratogenität: Aplasia cutis, Choanalatresie), Thiamazol ab 2. Trimenon (PTU-Hepatotoxizität). Die Agranulozytose unter Thyreostatika ist ein klassisches Prüfungsthema: Fieber + Halsschmerzen → sofort Blutbild → bei Granulozyten <500/µl Therapiestopp, keine Umstellung auf das andere Thyreostatikum. Das Myxödem-Koma erfordert die Kenntnis der i.v.-Dosierung von L-T4 (200–500 µg Bolus) und die gleichzeitige Hydrocortison-Gabe. Die Interaktion L-T4 + NNR-Insuffizienz ist ein häufiger Fallstrick: Kortisol muss vor L-T4 substituiert werden. Amiodaron-induzierte Schilddrüsenfunktionsstörungen werden regelmäßig gefragt, da Amiodaron sowohl Hypo- als auch Hyperthyreose auslösen kann. Der TSH-Zielwert in der Schwangerschaft (<2,5 mU/l im 1. Trimenon) und die Notwendigkeit der sofortigen Dosiserhöhung bei Schwangerschaftsfeststellung sind Pflicht-Wissen.
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