Schlafapnoe
Definition
Die Schlafapnoe ist eine schlafbezogene Atmungsstörung, die durch wiederholte Atemaussetzer (Apnoen) oder Atemflussreduktionen (Hypopnoen) während des Schlafes gekennzeichnet ist. Eine Apnoe ist definiert als vollständiger Atemstillstand von mindestens 10 Sekunden Dauer, während eine Hypopnoe eine Reduktion des Atemflusses um mindestens 30 Prozent für mindestens 10 Sekunden mit konsekutivem Sauerstoffabfall von mindestens 3 Prozent oder einer Weckreaktion (Arousal) darstellt. Der Schweregrad wird durch den Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) quantifiziert, welcher die Anzahl der Apnoen und Hypopnoen pro Stunde Schlafzeit angibt.
Epidemiologie
Die obstruktive Schlafapnoe betrifft etwa 2 bis 4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, wobei Männer etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen sind als Frauen. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an und erreicht bei über 60-Jährigen bis zu 20 Prozent. Nach der Menopause nähert sich die Prävalenz bei Frauen derjenigen der Männer an, was auf die protektive Wirkung von Östrogenen hinweist.
Ätiologie
Die obstruktive Schlafapnoe entsteht durch einen Kollaps der oberen Atemwege während des Schlafes aufgrund eines Ungleichgewichts zwischen kollapsfördernden und atemwegsöffnenden Kräften. Hauptrisikofaktoren sind Adipositas mit vermehrter Fetteinlagerung im Pharynxbereich, anatomische Besonderheiten wie Retrognathie, Makroglossie oder Tonsillenhyperplasie sowie muskuläre Hypotonie der Pharynxmuskulatur. Die zentrale Schlafapnoe hingegen beruht auf einer verminderten oder fehlenden Atemansteuerung durch das Atemzentrum im Hirnstamm. Weitere Risikofaktoren umfassen Alkoholkonsum, Einnahme von Sedativa, nasale Obstruktion und endokrine Störungen wie Hypothyreose oder Akromegalie.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung wird besonders häufig nach der Definition und den Schweregradgrenzen des AHI gefragt, wobei die Werte 5, 15 und 30 pro Stunde beherrscht werden müssen. Typische Fallvignetten beschreiben einen übergewichtigen, schnarchenden Patienten mit Tagesmüdigkeit und erhöhtem Blutdruck. Die Differenzierung zwischen obstruktiver und zentraler Schlafapnoe anhand der Atembewegungen während der Apnoe ist prüfungsrelevant. Therapeutisch steht die CPAP-Therapie als Goldstandard im Vordergrund, ebenso wie die Assoziation mit therapieresistenter Hypertonie.
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