Somatoforme Störungen und funktionelle Beschwerden

Psychiatrie · Essstörungen Somatoform · Wissen für die Kenntnisprüfung

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden somatoforme Störungen häufig als Fallpräsentationen mit langer Leidensgeschichte, multiplen Voruntersuchungen ohne Befund und frustrierter Arzt-Patienten-Beziehung präsentiert. Typische Szenarien sind: 38-jährige Frau mit 5-jähriger Anamnese von Bauchschmerzen, Herzrasen und Rückenschmerzen, multiple Gastroskopien und Kardiologievorstellungen ohne Befund, aktuell PHQ-15 von 14 Punkten. Prüfer fragen nach dem diagnostischen Vorgehen (Positivdiagnose, nicht nur Ausschluss), der Erstlinientherapie (KVT) und dem Umgang mit dem Wunsch nach weiterer Diagnostik. Ein häufiger Fallstrick ist die Verwechslung von somatoformer Störung und Simulation: Somatoforme Beschwerden sind nicht willentlich erzeugt. Ein weiterer Fallstrick ist die Vernachlässigung komorbider Depression und Angststörung, die bei >50 % vorliegen und eigenständig behandelt werden müssen. Die Abgrenzung zur Konversionsstörung (F44) ist prüfungsrelevant: F44 zeigt neurologische Symptome (Pseudoparesen, Pseudoanfälle, Blindheit), gehört zu den dissoziativen Störungen und erfordert neurologische Abklärung inklusive EEG und cMRT. Die hypochondrische Störung (F45.2) wird von der Panikstörung (F41.0) durch den Fokus auf Krankheitsüberzeugung vs. akute Angstanfälle abgegrenzt. Prüfer erwarten Kenntnis des PHQ-15 als Screening-Instrument und der Tatsache, dass Benzodiazepine kontraindiziert sind. Die Kommunikationsstrategie (Validierung ohne Verstärkung, keine weiteren Untersuchungen zur Beruhigung) ist ein häufiges Prüfungsthema.

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