Spinalkanalstenose

Neurologie · Wirbelsäule · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Spinalkanalstenose bezeichnet eine erworbene oder angeborene Einengung des Spinalkanals mit konsekutiver Kompression neuraler Strukturen wie Rückenmark, Cauda equina oder Nervenwurzeln. Die häufigste Form ist die degenerative lumbale Spinalkanalstenose, die überwiegend im höheren Lebensalter auftritt und zu charakteristischen belastungsabhängigen Beschwerden führt. Der Sagittaldurchmesser des Spinalkanals beträgt normalerweise lumbal 15-25 mm, wobei Werte unter 12 mm als relative und unter 10 mm als absolute Stenose gelten.

Merke: Absolute Stenose: Sagittaldurchmesser unter 10 mm lumbal, unter 12 mm zervikal.

Epidemiologie

Die lumbale Spinalkanalstenose ist die häufigste Wirbelsäulenerkrankung bei Patienten über 65 Jahren mit einer Prävalenz von etwa 20-30% in dieser Altersgruppe. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, wobei Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind. Die Spinalkanalstenose ist die häufigste Indikation für Wirbelsäulenoperationen bei älteren Patienten.

Ätiologie

Die primäre Ursache der degenerativen Spinalkanalstenose sind altersbedingte Veränderungen der Wirbelsäule mit Bandscheibendegeneration, Spondylarthrose der Facettengelenke und Hypertrophie des Ligamentum flavum. Sekundär führen Osteophytenbildung, Spondylolisthesis und Bandscheibenprotrusionen zur weiteren Einengung des Spinalkanals. Seltener sind angeborene Formen bei konstitutionell engem Spinalkanal oder im Rahmen von Skelettdysplasien. Risikofaktoren umfassen langjährige körperliche Belastung, Adipositas und genetische Prädisposition.

Prüfungsfokus

In der Prüfung wird besonders häufig die Unterscheidung zwischen Claudicatio spinalis und Claudicatio intermittens abgefragt, wobei die Besserung bei Vorbeugen und der Pulsstatus entscheidend sind. Die bildgebende Diagnostik mit MRT als Goldstandard und die Grenzwerte für relative und absolute Stenose sind prüfungsrelevant. Therapeutisch ist das Stufenschema mit konservativer Therapie vor Operation sowie die Notfallindikation beim Cauda-equina-Syndrom wichtig. Die Pathophysiologie mit Erweiterung des Spinalkanals bei Flexion erklärt die typische Symptomatik.

Üben wie in der echten Prüfung

Führen Sie das Gespräch per Sprache mit einem KI-Patienten und einem KI-Prüfer – zwei Simulationen sind kostenlos.

Ganze Lerntafel öffnenKI-Simulation testenTelegram-Community

← Alle Themen