Splenomegalie

Innere Medizin · Hämatologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Splenomegalie bezeichnet eine pathologische Vergrößerung der Milz über ihre normalen Maße hinaus. Die normale Milz misst in der Längsachse bis zu 11 cm, wiegt etwa 150-200 g und ist bei schlanken Personen nicht tastbar. Von einer Splenomegalie spricht man ab einer Länge von mehr als 11 cm oder einem Gewicht über 350 g, während eine massive Splenomegalie bei über 20 cm Länge oder über 1000 g vorliegt.

Merke: Normale Milzgröße: Länge ≤11 cm, Breite ≤7 cm, Tiefe ≤4 cm (Merkregel: 4-7-11). Gewicht: 150-200 g. Tastbar erst ab 2-3-facher Vergrößerung.

Epidemiologie

Die Splenomegalie ist ein häufiger klinischer Befund, dessen Prävalenz stark von der Grunderkrankung abhängt. In tropischen Regionen ist die Splenomegalie aufgrund von Malaria und anderen Infektionskrankheiten deutlich häufiger als in Mitteleuropa. In Deutschland sind hämatologische Erkrankungen, Leberzirrhose und Infektionen die häufigsten Ursachen.

Ätiologie

Die Ursachen der Splenomegalie lassen sich in mehrere Kategorien einteilen: infektiöse, hämatologische, kongestive, infiltrative und autoimmune Genese. Infektionen wie Mononukleose, Malaria, Endokarditis und Tuberkulose führen zu einer reaktiven Milzvergrößerung. Hämatologische Erkrankungen umfassen myeloproliferative Neoplasien, Lymphome und hämolytische Anämien. Die portale Hypertension bei Leberzirrhose verursacht eine Stauungsmilz, während Speicherkrankheiten wie Morbus Gaucher zu einer Infiltration des Milzgewebes führen.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig die Ursachen der massiven Splenomegalie, die korrekte Diagnostik und die OPSI-Prophylaxe geprüft. Typische Prüfungsfragen beziehen sich auf die Differenzierung zwischen verschiedenen hämatologischen Erkrankungen anhand von Blutbild und klinischen Befunden. Die Impfempfehlungen vor Splenektomie und das Management des Hypersplenismus sind ebenfalls prüfungsrelevant. Klinische Fallbeispiele präsentieren oft einen Patienten mit tastbarer Milz und Zytopenien, bei dem die Differentialdiagnose erarbeitet werden muss.

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