Struma

Innere Medizin · Endokrinologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Struma bezeichnet eine Vergrößerung der Schilddrüse über das normale Volumen hinaus, wobei bei Frauen ein Volumen von mehr als 18 ml und bei Männern von mehr als 25 ml als pathologisch gilt. Die Vergrößerung kann diffus oder knotig sein und mit normaler (euthyreot), erhöhter (hyperthyreot) oder erniedrigter (hypothyreot) Schilddrüsenfunktion einhergehen. Der Begriff Struma beschreibt ausschließlich die morphologische Veränderung und gibt keine Auskunft über die Ätiologie oder Funktionslage.

Merke: Struma ist ein morphologischer Begriff: Schilddrüsenvolumen über 18 ml bei Frauen und über 25 ml bei Männern, unabhängig von der Funktion.

Epidemiologie

Deutschland gilt als endemisches Jodmangelgebiet, weshalb die Struma mit einer Prävalenz von etwa 30 Prozent in der erwachsenen Bevölkerung sehr häufig ist. Frauen sind etwa viermal häufiger betroffen als Männer, wobei die Prävalenz mit dem Alter zunimmt. In Regionen mit ausreichender Jodversorgung liegt die Prävalenz deutlich niedriger bei etwa 5 bis 10 Prozent.

Ätiologie

Die häufigste Ursache der Struma in Deutschland ist der alimentäre Jodmangel, der zu einer kompensatorischen Schilddrüsenvergrößerung führt. Weitere Ursachen umfassen Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis, autonome Adenome sowie seltener maligne Erkrankungen. Medikamente wie Lithium, Amiodaron und Thyreostatika können ebenfalls eine Struma verursachen. Genetische Faktoren spielen bei der familiären Häufung eine wichtige Rolle.

Prüfungsfokus

In der KP-Prüfung werden häufig die WHO-Klassifikation, die Differenzierung zwischen heißen und kalten Knoten sowie das diagnostische Vorgehen abgefragt. Typische Fallstricke sind die Verwechslung von morphologischem Befund und Funktionslage sowie das Übersehen von Malignitätskriterien. Die Indikationen zur Feinnadelpunktion und die Kontraindikationen der Jodtherapie bei Autonomie sind prüfungsrelevante Themen. Merken Sie sich die Grenzwerte für das Schilddrüsenvolumen und die TSH-Normwerte.

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