Synkope

Innere Medizin · Kardiologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Synkope ist ein plötzlicher, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust mit Verlust des Haltetonus, der durch eine vorübergehende globale zerebrale Minderperfusion verursacht wird. Charakteristisch ist die spontane, vollständige und rasche Erholung ohne neurologische Residuen. Die zerebrale Durchblutung muss für mindestens 6-8 Sekunden unterbrochen oder um mehr als 50% reduziert sein, um eine Synkope auszulösen.

Merke: Synkope = kurzer Bewusstseinsverlust durch zerebrale Minderperfusion mit spontaner, kompletter Erholung ohne Residuen.

Epidemiologie

Die Synkope ist ein häufiges Symptom mit einer Lebenszeitprävalenz von etwa 40% in der Allgemeinbevölkerung. Die Inzidenz beträgt etwa 6 pro 1000 Personenjahre und nimmt mit dem Alter deutlich zu, wobei der erste Häufigkeitsgipfel im Jugendalter und der zweite nach dem 65. Lebensjahr liegt. Frauen sind insgesamt häufiger betroffen als Männer, insbesondere bei der vasovagalen Synkope.

Ätiologie

Die Ursachen der Synkope lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Reflexsynkopen (vasovagale, situative, Karotissinus-Syndrom), orthostatische Synkopen (primäre und sekundäre autonome Dysfunktion, medikamenteninduziert, Volumenmangel) und kardiale Synkopen (Arrhythmien, strukturelle Herzerkrankungen). Die Reflexsynkope ist mit etwa 60% die häufigste Form, während kardiale Synkopen mit etwa 15% seltener, aber prognostisch bedeutsamer sind. Risikofaktoren umfassen hohes Alter, kardiale Vorerkrankungen, Polymedikation und Dehydratation.

Prüfungsfokus

In der KP-Prüfung werden besonders die Differenzierung zwischen den Synkopenformen, die Erkennung von Warnsymptomen für kardiale Synkopen und das diagnostische Vorgehen abgefragt. Typische Fallbeispiele umfassen junge Patienten mit vasovagaler Synkope nach langem Stehen sowie ältere Patienten mit Synkope bei Belastung oder struktureller Herzerkrankung. Die Grenzwerte für orthostatische Hypotonie und die Indikationen für Schrittmacher oder ICD sind häufige Prüfungsthemen. Fallstricke sind die Verwechslung von Synkope mit Epilepsie und das Übersehen kardialer Warnzeichen.

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