Thoraxschmerzen
Definition
Thoraxschmerzen bezeichnen alle Schmerzzustände im Bereich des Brustkorbs, die von verschiedenen Organsystemen ausgehen können, darunter Herz, Lunge, Ösophagus, Bewegungsapparat oder Haut. Sie stellen eines der häufigsten Leitsymptome in der Notaufnahme dar und erfordern eine rasche Differenzierung zwischen lebensbedrohlichen und harmlosen Ursachen. Die klinische Herausforderung besteht in der zeitkritischen Identifikation akut gefährlicher Erkrankungen wie akutem Koronarsyndrom, Lungenembolie oder Aortendissektion.
Epidemiologie
Thoraxschmerzen sind für etwa 5 bis 10 Prozent aller Notaufnahmevorstellungen verantwortlich. Bei etwa 15 bis 25 Prozent der Patienten mit Thoraxschmerzen liegt eine kardiale Ursache zugrunde, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Das Risiko für kardiale Ursachen steigt mit dem Lebensalter deutlich an, insbesondere ab dem 45. Lebensjahr bei Männern und ab dem 55. Lebensjahr bei Frauen.
Ätiologie
Die Ursachen von Thoraxschmerzen lassen sich in kardiale, pulmonale, gastrointestinale, muskuloskelettale und psychogene Ursachen einteilen. Kardiale Ursachen umfassen das akute Koronarsyndrom, Perikarditis, Myokarditis und Herzrhythmusstörungen. Pulmonale Ursachen beinhalten Lungenembolie, Pneumothorax, Pleuritis und Pneumonie. Gastrointestinale Ursachen sind vor allem gastroösophageale Refluxkrankheit, Ösophagusspasmus und Ösophagusruptur.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig die Differenzierung zwischen kardialen und nicht-kardialen Thoraxschmerzen, die Erkennung lebensbedrohlicher Ursachen und die Akuttherapie des akuten Koronarsyndroms geprüft. Typische Prüfungsfragen betreffen die EKG-Diagnostik bei STEMI, die Zeitfenster für Intervention, die Kontraindikationen für Nitrate und die Unterscheidung zwischen typischer und atypischer Angina pectoris. Fallstricke sind atypische Präsentationen bei Frauen und Diabetikern sowie die Verwechslung von Perikarditis und Infarkt anhand des EKGs.
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