Thrombophlebitis

Innere Medizin · Kardiologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Thrombophlebitis bezeichnet eine Entzündung oberflächlicher Venen mit begleitender Thrombosierung des Gefäßlumens. Sie tritt bevorzugt an den unteren Extremitäten auf, kann jedoch auch an den oberen Extremitäten, insbesondere nach intravenösen Zugängen, auftreten. Die Erkrankung ist von der tiefen Venenthrombose abzugrenzen, wobei beide Entitäten ineinander übergehen können.

Merke: Thrombophlebitis betrifft oberflächliche Venen, tiefe Venenthrombose betrifft tiefe Venen - beide können koexistieren!

Epidemiologie

Die Thrombophlebitis ist eine häufige Erkrankung mit einer Inzidenz von etwa 0,5 pro 1000 Personenjahre. Frauen sind häufiger betroffen als Männer mit einem Verhältnis von etwa 2:1. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter und liegt bei über 60-Jährigen bei bis zu 10 Prozent, wobei Patienten mit Varikosis ein besonders erhöhtes Risiko aufweisen.

Ätiologie

Die Ätiologie der Thrombophlebitis basiert auf der Virchow-Trias: Endothelschaden, Stase und Hyperkoagulabilität. Häufige Ursachen sind Varizen, intravenöse Katheter, Traumata und Immobilisation. Weitere Risikofaktoren umfassen maligne Erkrankungen, Schwangerschaft, orale Kontrazeptiva und hereditäre Thrombophilien. Bei rezidivierenden Thrombophlebitiden ohne erkennbare Ursache muss an ein paraneoplastisches Syndrom gedacht werden.

Prüfungsfokus

In der Prüfung wird besonders die Abgrenzung zur tiefen Venenthrombose gefragt. Die Virchow-Trias muss sicher beherrscht werden. Die Indikation zur Antikoagulation abhängig von Lokalisation und Ausdehnung ist prüfungsrelevant. Die Thrombophlebitis migrans als paraneoplastisches Syndrom ist ein klassisches Prüfungsthema.

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