Thrombozytopenie

Innere Medizin · Hämatologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Thrombozytopenie bezeichnet eine Verminderung der Thrombozytenzahl im peripheren Blut auf unter 150.000/µl (150 × 10⁹/l). Sie kann durch verminderte Bildung, erhöhten Verbrauch, vermehrte Zerstörung oder Sequestration der Thrombozyten entstehen. Klinisch relevante Blutungsneigungen treten typischerweise erst bei Werten unter 50.000/µl auf, schwere spontane Blutungen bei Werten unter 10.000/µl.

Merke: Normwert Thrombozyten: 150.000-400.000/µl. Kritische Grenze für spontane Blutungen: unter 10.000/µl.

Epidemiologie

Die Thrombozytopenie ist ein häufiger hämatologischer Befund mit einer Prävalenz von etwa 1-5% in der Allgemeinbevölkerung. Bei hospitalisierten Patienten liegt die Prävalenz bei bis zu 25%, auf Intensivstationen sogar bei 35-45%. Die immunthrombozytopenische Purpura (ITP) als häufigste erworbene Form tritt mit einer Inzidenz von etwa 3-4 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr auf, wobei Frauen im mittleren Lebensalter häufiger betroffen sind.

Ätiologie

Die Ursachen der Thrombozytopenie werden in drei Hauptmechanismen eingeteilt: verminderte Produktion im Knochenmark, erhöhter peripherer Verbrauch oder Abbau sowie Verteilungsstörungen. Bildungsstörungen entstehen durch Knochenmarkerkrankungen, Chemotherapie, Infektionen oder Vitaminmangel (B12, Folsäure). Erhöhter Verbrauch findet sich bei Immunthrombozytopenien, disseminierter intravasaler Gerinnung, thrombotisch-thrombozytopenischer Purpura und heparininduzierter Thrombozytopenie. Die Pseudothrombozytopenie durch EDTA-induzierte Aggregation muss als Laborartefakt ausgeschlossen werden.

Prüfungsfokus

In der KP-Prüfung werden häufig die Differenzierung zwischen den verschiedenen Formen der Thrombozytopenie, die korrekten Transfusionsschwellen und das Management der HIT geprüft. Typische Fallbeispiele beinhalten Patienten mit neu aufgetretener Thrombozytopenie unter Heparintherapie oder das Erkennen einer TTP anhand der klassischen Pentade. Die Unterscheidung zwischen Blutungstypen bei Thrombozytopenie versus Koagulopathie ist ein beliebtes Prüfungsthema. Wichtig ist das Wissen um die Erstlinientherapie der ITP und die korrekten Dosierungen.

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