Transaminasen (ALT & AST)
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden Transaminasen fast immer im Kontext einer Fallpräsentation geprüft — selten als isolierter Wert. Die Prüfer erwarten eine strukturierte Differentialdiagnose anhand des Musters (hepatozellulär vs. cholestatisch, De-Ritis-Quotient), die Kenntnis der Notfall-Cut-offs und die Fähigkeit, sofortige Konsequenzen abzuleiten. Besonders häufig geprüft werden: die Paracetamol-Intoxikation mit NAC-Therapie, die alkoholtoxische Hepatitis mit Maddrey-Score und Prednisolon-Indikation, die ischämische Hepatitis als Ursache extremer Transaminasenerhöhung und die Autoimmunhepatitis. Der De-Ritis-Quotient ist ein Lieblings-Prüfungsthema — Kandidaten müssen wissen, dass AST/ALT >2 für Alkohol oder Zirrhose spricht, während <1 auf virale Hepatitis oder NAFLD hinweist. Die Unterscheidung zwischen hepatozellulärem und cholestatischem Muster anhand der Kombination ALT/AST + GGT + AP + Bilirubin ist prüfungsrelevant. Häufige Fehler in der Prüfung: AST-Erhöhung fälschlicherweise als Lebererkrankung interpretieren ohne CK zu bestimmen; normale Transaminasen als Ausschluss einer Lebererkrankung werten; Paracetamol-NAC-Therapie verzögern wegen 'noch normaler Transaminasen' (NAC wirkt am besten in den ersten 8-10 Stunden, bevor Transaminasen ansteigen). Kandidaten sollten die King's College Criteria für das akute Leberversagen kennen (INR >6.5 oder 3 von 5 Kriterien: Alter <10/>40 Jahre, Ätiologie, Ikterus-Enzephalopathie-Intervall >7 Tage, Bilirubin >300 µmol/l, INR >3.5) als Indikation zur Transplantationsevaluation.
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