Transfusion

Innere Medizin · Hämatologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Transfusion bezeichnet die intravenöse Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen von einem Spender auf einen Empfänger zur Behandlung eines akuten oder chronischen Mangels. Man unterscheidet zwischen Vollbluttransfusion (heute selten) und der Gabe einzelner Blutkomponenten wie Erythrozytenkonzentrate, Thrombozytenkonzentrate oder gefrorenes Frischplasma. Die Transfusionsmedizin unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Regelungen durch das Transfusionsgesetz.

Merke: Transfusion nur bei strenger Indikation - jede Transfusion birgt Risiken und erfordert eine dokumentierte Aufklärung sowie Einwilligung des Patienten.

Epidemiologie

In Deutschland werden jährlich etwa 3-4 Millionen Erythrozytenkonzentrate transfundiert. Der Bedarf steigt mit zunehmendem Alter der Bevölkerung, wobei etwa 80 Prozent aller Transfusionen bei Patienten über 60 Jahren erfolgen. Hauptanwendungsgebiete sind operative Eingriffe, hämatologisch-onkologische Erkrankungen und Traumaversorgung.

Ätiologie

Indikationen für Transfusionen entstehen durch akuten Blutverlust bei Trauma oder Operation, chronische Anämien bei hämatologischen Erkrankungen oder Niereninsuffizienz, Gerinnungsstörungen sowie Thrombozytopenien. Bei akutem Blutverlust ist die Transfusionsindikation abhängig vom Hämoglobinwert und der klinischen Symptomatik des Patienten. Chronische Anämien erfordern eine individuelle Schwellenwertfestlegung unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen. Die Entscheidung zur Transfusion erfolgt nie allein aufgrund eines Laborwertes, sondern immer unter Einbeziehung des klinischen Gesamtbildes.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig die AB0-Kompatibilität, die Durchführung des Bedside-Tests und das Management von Transfusionsreaktionen gefragt. Typische Fallstricke sind die Verwechslung von Universalspender und Universalempfänger sowie die Unterscheidung zwischen TRALI und TACO. Die Transfusionstrigger (Hämoglobin-Schwellenwerte) sollten auswendig beherrscht werden. Die rechtlichen Aspekte wie Aufklärungspflicht und Dokumentation werden ebenfalls gerne geprüft.

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