Umbilikalhernie

Chirurgie · Allgemeinchirurgie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Die Umbilikalhernie (Nabelhernie) ist ein Eingeweidebruch im Bereich des Bauchnabels, bei dem Bauchinhalt durch eine Schwachstelle der Bauchwand im Bereich des Anulus umbilicalis austritt. Sie kann angeboren oder erworben sein und stellt die zweithäufigste Hernienform nach der Leistenhernie dar. Der Bruchinhalt besteht meist aus präperitonealem Fettgewebe, Omentum majus oder Dünndarmschlingen.

Merke: Die Umbilikalhernie tritt am physiologischen Schwachpunkt der Bauchwand auf, wo die Nabelschnurgefäße den Nabelring durchtreten.

Epidemiologie

Die angeborene Umbilikalhernie tritt bei etwa 10-30% aller Neugeborenen auf, wobei Frühgeborene und Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht häufiger betroffen sind. Die erworbene Form manifestiert sich vorwiegend bei Erwachsenen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, wobei Frauen aufgrund von Schwangerschaften häufiger betroffen sind als Männer. Bei Kindern verschließt sich die Hernie in 80-90% der Fälle spontan bis zum 3.-4. Lebensjahr.

Ätiologie

Die angeborene Umbilikalhernie entsteht durch unvollständigen Verschluss des Nabelrings nach Durchtrennung der Nabelschnur. Die erworbene Form entwickelt sich durch eine Schwächung der Bauchwandfaszie im Bereich des Nabels bei gleichzeitig erhöhtem intraabdominellem Druck. Wichtige Risikofaktoren sind Adipositas, Aszites, Schwangerschaft, chronische Obstipation und schwere körperliche Arbeit. Bindegewebsschwäche und genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Prüfungsfokus

In der Prüfung werden häufig die Unterscheidung zwischen angeborener und erworbener Umbilikalhernie sowie das abwartende Vorgehen bei Kindern abgefragt. Wichtig ist die Erkennung der Inkarzeration als Notfallsituation und die korrekte Indikationsstellung zur Operation. Die Wahl des operativen Verfahrens in Abhängigkeit von der Bruchpfortengröße und die Bedeutung der Netzaugmentation für die Rezidivprophylaxe sind ebenfalls prüfungsrelevant. Bei Fallbeispielen mit Leberzirrhose und Aszites ist das erhöhte Komplikationsrisiko zu beachten.

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