Unterschenkelfraktur
Definition
Die Unterschenkelfraktur bezeichnet einen Knochenbruch im Bereich der Tibia und/oder Fibula zwischen Kniegelenk und Sprunggelenk. Am häufigsten betroffen ist die Tibiaschaftfraktur, die aufgrund der subkutanen Lage der Tibia häufig als offene Fraktur auftritt. Die Unterschenkelfraktur ist eine der häufigsten langen Röhrenknochen-Frakturen und erfordert aufgrund der besonderen anatomischen Verhältnisse oft eine operative Versorgung.
Epidemiologie
Die Tibiaschaftfraktur hat eine Inzidenz von etwa 17-21 pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen, wobei der Altersgipfel bei Männern zwischen 15 und 40 Jahren liegt. Bei älteren Patienten über 70 Jahren zeigt sich ein zweiter Häufigkeitsgipfel, insbesondere bei Frauen aufgrund von Osteoporose.
Ätiologie
Die häufigsten Ursachen sind direkte Traumata wie Verkehrsunfälle, insbesondere Motorradunfälle, sowie Sportverletzungen beim Skifahren oder Fußball. Indirekte Traumata durch Rotations- und Biegekräfte führen typischerweise zu Spiralfrakturen. Bei älteren Patienten können bereits Bagatelltraumata bei vorbestehender Osteoporose zur Fraktur führen. Pathologische Frakturen entstehen bei Knochenmetastasen oder primären Knochentumoren.
Prüfungsfokus
In der Kenntnisprüfung werden besonders häufig die AO-Klassifikation und die Gustilo-Anderson-Einteilung offener Frakturen abgefragt. Das Erkennen und Management des Kompartmentsyndroms ist ein klassisches Prüfungsthema. Die Indikationsstellung für Marknagelosteosynthese versus Plattenosteosynthese wird regelmäßig geprüft. Die korrekte antibiotische Prophylaxe bei offenen Frakturen und das zeitliche Vorgehen beim Débridement sind ebenfalls prüfungsrelevant.
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