Viszeraler Arterienverschluss
Definition
Der viszerale Arterienverschluss (akute Mesenterialischämie) bezeichnet einen plötzlichen Verschluss der mesenterialen Gefäße, meist der Arteria mesenterica superior, mit konsekutiver Minderdurchblutung des Darms. Diese lebensbedrohliche Erkrankung führt unbehandelt innerhalb von Stunden zur Darmnekrose und hat eine Letalität von 60-80 Prozent. Die akute mesenteriale Ischämie ist ein absoluter Notfall und erfordert eine sofortige Diagnostik und Therapie.
Epidemiologie
Die Inzidenz der akuten Mesenterialischämie beträgt etwa 1-2 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr und macht etwa 1-2 Prozent aller akuten Abdominalerkrankungen aus. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und der Häufigkeit kardiovaskulärer Erkrankungen steigt die Inzidenz kontinuierlich an.
Ätiologie
Die häufigste Ursache ist mit etwa 50 Prozent die arterielle Embolie, meist kardialer Genese bei Vorhofflimmern. Die arterielle Thrombose auf dem Boden einer vorbestehenden Arteriosklerose macht etwa 25 Prozent der Fälle aus. Die nicht-okklusive Mesenterialischämie (NOMI) tritt bei etwa 20 Prozent auf und entsteht durch Vasokonstriktion bei schwerer Hypotonie oder nach herzchirurgischen Eingriffen. Seltenere Ursachen sind mesenteriale Venenthrombosen und Aortendissektion.
Prüfungsfokus
In der Prüfung wird besonders die Diskrepanz zwischen heftigem Schmerz und weichem Abdomen im Frühstadium abgefragt. Das stille Intervall als diagnostische Falle ist ein klassisches Prüfungsthema. Die Diagnostik mit CT-Angiographie als Goldstandard und die typischen Laborveränderungen werden häufig geprüft. Auch die Differenzierung zwischen Embolie, Thrombose und NOMI sowie deren spezifische Therapie ist prüfungsrelevant.
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