Vitamin-B12-Mangel

Innere Medizin · Hämatologie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Der Vitamin-B12-Mangel (Cobalaminmangel) ist eine Hypovitaminose, die durch eine unzureichende Aufnahme, gestörte Resorption oder erhöhten Verbrauch von Cobalamin entsteht. Es handelt sich um eine häufige Ursache einer megaloblastären Anämie mit charakteristischen hämatologischen und neurologischen Manifestationen. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen beträgt etwa 3-4 µg, die Körperspeicher reichen für 3-5 Jahre.

Merke: Vitamin B12 wird nur von Mikroorganismen synthetisiert und muss über tierische Nahrung aufgenommen werden. Die Körperspeicher reichen für 3-5 Jahre, daher manifestiert sich ein Mangel oft erst Jahre nach der Ursache.

Epidemiologie

Die Prävalenz des Vitamin-B12-Mangels liegt bei etwa 5-15% der Allgemeinbevölkerung und steigt bei älteren Menschen über 65 Jahre auf 10-30% an. Besonders häufig betroffen sind strenge Vegetarier und Veganer, Patienten nach Magenresektion sowie Personen mit chronisch-atrophischer Gastritis. Die perniziöse Anämie als Sonderform tritt gehäuft bei Frauen im mittleren bis höheren Lebensalter auf und ist mit anderen Autoimmunerkrankungen assoziiert.

Ätiologie

Die häufigste Ursache in Industrieländern ist die perniziöse Anämie mit Autoantikörpern gegen Parietalzellen oder Intrinsic-Faktor, die zu einer gestörten B12-Resorption führt. Weitere wichtige Ursachen sind Magenresektionen, chronisch-atrophische Gastritis Typ A, terminale Ileumerkrankungen wie Morbus Crohn sowie bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms. Eine unzureichende Zufuhr findet sich bei streng veganer Ernährung sowie bei chronischem Alkoholismus. Medikamente wie Metformin und Protonenpumpenhemmer können ebenfalls einen Mangel begünstigen.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung werden häufig die Differenzierung zwischen B12- und Folsäuremangel sowie die typischen Laborbefunde der megaloblastären Anämie gefragt. Die Pathophysiologie mit den zwei B12-abhängigen Enzymen und deren Auswirkungen ist prüfungsrelevant. Klinische Fallbeispiele präsentieren oft ältere Patienten mit Anämie und neurologischen Symptomen. Die korrekte Therapie mit initialem Dosierungsschema und die Notwendigkeit der lebenslangen Substitution bei Resorptionsstörungen werden regelmäßig abgefragt.

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