Volvulus

Chirurgie · Allgemeinchirurgie · Wissen für die Kenntnisprüfung

Definition

Der Volvulus bezeichnet eine Drehung eines Darmabschnitts um seine mesenteriale Achse, wodurch es zu einem mechanischen Darmverschluss kommt. Diese Torsion führt zu einer Strangulation der versorgenden Mesenterialgefäße mit konsekutiver Ischämie und potenzieller Nekrose des betroffenen Darmsegments. Am häufigsten sind das Sigmoid (Sigmavolvulus) und das Zökum (Zökumvolvulus) betroffen.

Merke: Volvulus = Drehung um die mesenteriale Achse mit Gefäßstrangulation - immer ein chirurgischer Notfall!

Epidemiologie

Der Sigmavolvulus macht etwa 60-75% aller Volvulusfälle aus und tritt gehäuft bei älteren, immobilen Patienten sowie bei Bewohnern von Pflegeeinrichtungen auf. Der Zökumvolvulus ist seltener und betrifft häufiger jüngere Patienten zwischen 25-35 Jahren. In Entwicklungsländern ist der Volvulus eine häufige Ursache für Darmverschluss, während er in westlichen Ländern etwa 5% aller Darmobstruktionen ausmacht. Das männliche Geschlecht ist beim Sigmavolvulus häufiger betroffen mit einem Verhältnis von etwa 2:1.

Ätiologie

Die Entstehung eines Volvulus setzt eine abnorme Mobilität des betroffenen Darmabschnitts voraus, meist durch ein überlange Mesenterium oder ein elongiertes Sigma (Dolichosigma). Chronische Obstipation mit konsekutiver Kolondilatation ist ein wesentlicher Risikofaktor beim Sigmavolvulus. Neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Demenz und Rückenmarksläsionen begünstigen die Entstehung durch reduzierte Darmmotilität. Beim Zökumvolvulus spielt eine inkomplette embryonale Fixation des Zökums eine zentrale Rolle.

Prüfungsfokus

In der Kenntnisprüfung wird häufig nach dem typischen Röntgenbefund des Sigmavolvulus (Kaffeebohnenzeichen) und der Erstlinientherapie gefragt. Die Unterscheidung zwischen Sigmavolvulus und Zökumvolvulus bezüglich Patientenalter und Therapieansatz ist prüfungsrelevant. Das therapeutische Vorgehen mit endoskopischer Detorquierung beim Sigmavolvulus versus primär operativem Vorgehen beim Zökumvolvulus wird regelmäßig abgefragt. Die Erkennung von Gangränzeichen und die daraus resultierende Therapieänderung sind klinisch und prüfungstechnisch sehr wichtig.

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