Die kalkulierte Antibiotikatherapie ist eines der häufigsten und anspruchsvollsten Themen in der Kenntnisprüfung, da sie klinisches Denken, Leitlinienkenntnis und pharmakologisches Wissen verknüpft. Prüfer erwarten, dass Kandidaten für jede Infektionsentität das wahrscheinlichste Erregerspektrum, das kalkulierte Antibiotikum der ersten Wahl, die konkrete Dosis und den Applikationsweg sowie Deeskalationsprinzipien benennen können. Häufige Fallstricke: Aminoglykosid-Dosierung ohne TDM-Konzept, Vancomycin-Gabe ohne Infusionsgeschwindigkeit (Red-Man-Syndrom), Fluorchinolone bei Schwangerschaft oder QTc-Verlängerung, Ceftriaxon bei Meningitis in falscher Dosis (2×2 g statt 1×2 g), fehlende Listeria-Abdeckung (Ampicillin) bei Meningitis >50 Jahre. Die Sepsis-Leitlinie (AWMF S3 2020) fordert Antibiotikagabe innerhalb 1 Stunde – diese Zeitvorgabe ist prüfungsrelevant. Deeskalation nach Antibiogr